Blockchain im Außenhandel: Daimler kooperiert mit LBBW

By Dennis Schlegel

Okt 07

Die LBBW weitet ihre Blockchain-Aktivitäten mit Partnern ebenfalls aus. Die Daimler AG und der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr AG haben erfolgreich ein Handelsgeschäft über die Blockchain-Plattform Corda abgewickelt. Dafür nutzten sie das Trade-Finance-Netzwerk Marco Polo. Die Landesbank Baden-Württemberg ist Gründungsmitglied von Marco Polo und war für die Finanzierung zuständig.

Das Marco-Polo-Netzwerk basiert auf der Corda Blockchain und soll für mehr Effizienz bei Handelsfinanzierungen sorgen. Effizienzsteigerungen sollen durch eine schnellere und sicherere Zahlungsabwicklung generiert werden. Insbesondere im internationalen Handel ist die Handelsabwicklung immer noch Papier-lastig und durch zahlreiche Mittelsmänner geprägt, die Risiken und Warenübergänge analog einem Akkreditiv sichern.

Die Außenhandelsfinanzierung erfordert üblicherweise eine große Zahl an Beteiligten und kosten wertvolle Zeit. Das gemeinsame Projekt mit Daimler und Dürr machte deutlich, dass sich diese langwierigen Prozesse vereinfachen lassen. Der Ablauf auf dem Marco-Polo-Netzwerk besteht aus den folgenden Schritten:

  • Der Käufer lädt die Bestellung auf die Plattform hoch und teilt diese über die Corda Blockchain mit dem Verkäufer.
  • Sobald die Bank des Verkäufers das Geschäft geprüft hat, entsteht ein bedingtes Zahlungsversprechen. Dies ist für alle Parteien – Käufer, Verkäufer und Bank des Verkäufers – über die Plattform ersichtlich.
  • Die Bank des Käufers erhält die vom Verkäufer hochgeladene und über die Blockchain geprüfte Rechnung und bewilligt diese.
  • Infolgedessen kann der Verkäufer für das nun unwiderrufliche Zahlungsversprechen eine Finanzierungsanfrage stellen. Das System leitet die Anfrage an die Bank des Verkäufers weiter.
  • Schließlich überprüft die Bank die Anfrage und zahlt den entsprechenden Betrag an den Verkäufer aus.
  • Als letzten Schritt transferiert die Bank des Käufers bei Fälligkeit das Geld an die Bank des Verkäufers.

Der gesamte Informationsfluss wird dabei über die Blockchain-Plattform Corda nachvollziehbar abgebildet. Anstatt mehrerer Tage benötigt solch ein Ablauf nur noch Minuten. Mehr zum Hintergrund und Umsetzung des Pilotprojektes ist auch in einem Video auf YouTube einsehbar.

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