Börse Stuttgart Digital Exchange

By Dennis Schlegel

Okt 07

Die Stuttgarter Börse startet eine Handelsplattform für Krypto-Assets. Damit gehen die Börse und Stuttgart einen Schritt weiter sich als regionaler Vorreiter in der Blockchain- Ökonomie zu positionieren.

BSDEX steht für „Börse Stuttgart Digital Exchange“ und will „Deutschlands erster regulierter Handelsplatz für digitale Vermögenswerte“ werden. Während es bereits regulierte Handelsplattformen für Kryptowährungen gibt, wie die eigene „Bison“-App der Börse Stuttgart, soll BSDEX den nächsten Schritt darstellen. Ab sofort werden Bitcoin im Handel offeriert, 2020 soll dann der Handel von sogenannten tokenisierten Wertpapieren folgen. Diese können potentiell jede Art von Security als auch Utility Token umfassen, z.B. Blockchain-basierte Anliehen oder digitalisierte Immobilienbeteiligungen.

„Der Start der BSDEX ist ein weiterer wichtiger Schritt in unserer Digitalisierungsstrategie“, sagt Börsenchef Alexander Höptner. „Wir haben viel Mühe in den Aufbau der Plattform gesteckt. Mit ihr kann die Börse Stuttgart zum Marktführer der Token-Ökonomie aufsteigen.“

Das Handelsblatt bezeichnet Stuttgart als so etwas wie das gallische Dorf der Börsenbetreiber. Während sich die Regionalbörsen in Hamburg, München und Düsseldorf längst mit ihrem Schattendasein neben der Deutschen Börse abgefunden haben, versuchen die Schwaben sich als Privatanlegerbörse zu positionieren und dominieren mit Euwax den Zertifikatehandel. Dem Bestreben der Bundesregierung Deutschland zur führenden Region für die Token-Ökonomie zu entwickeln wird hiermit auf jeden Fall Ausdruck verliehen.

Die ersten Blockchain-basierten Wertpapiere werden auch schon emittiert. Die Deutsche STO Plattform Neufund startet mit ihrer ersten Emissionen. Greyp ist das erste Startup, das über Neufund Blockchain-basierte Anteile ausgibt. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als High-Tech Mobilitätsplattform mit eigenem eBike und digitaler Plattform für Mobilitätsdienste. Zu den bisherigen Investoren und Unterstützer zählen u.a. Porsche, T-Mobile und Slock.it.

Auch BTC-ECHO startet als erstes Medienunternehmen ein Security Token Offering (STO). Der digitale Börsengang soll dabei helfen, die Position als Marktführer auszubauen und in Zusammenarbeit mit strategischen Partnern ein Ökosystem rund um Blockchain, Kryptowährungen und Bildung zu schaffen. Die Anteile sollen in der Form von Virtual Stock Options durch das Startup Cashlink ausgegeben werden. Seit heute ist die Seite von BTC-ECO zum Security Token Offering allerdings nicht mehr abrufbar. Laut der BaFin besteht der hinreichende Verdacht, dass die BTC-ECO GmbH ein Wertpapier in Form von „Security Token“ anbietet und entgegen Artikel 3 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2017/1129 hierfür kein Prospekt veröffentlicht wurde. Die Etablierung einer Token-Ökonomie in Deutschland erscheint angesichts der praktischen Realität noch in weiter Ferne zu liegen.

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