Von Smart Contracts zur Token-Ökonomie

By Dennis Schlegel

Nov 23

Smart Contracts sind eines der größten Wertversprechen der Blockchain-Technologie. Während Bitcoin die Blockchain nutzt, um ein globales Hauptbuch einer Transaktionshistorie aufrechtzuerhalten, wird auf der Ethereum Blockchain ein generelles, globales Zustandsänderungssystem unterstützt. In diesem System ist es nicht nur möglich ein Hauptbuch an Kontoguthaben und Transaktionen, sondern auch Computer Programme auf der Blockchain zu führen, die beliebigen Code exekutieren können. Dies ermöglicht es Regeln direkt in Werte, Finanztransaktionen und Geschäftsprozesse zu kodifizieren, wobei die Transparenz und Manipulations-Sicherheit für alle Teilnehmer sichergestellt werden kann. Diese Computer Programme, Smart Contracts genannt, können also ein effizientes Mittel zur Automatisierung verstanden werden. Ihre Anwendungsfälle sind vielfältig und können z.B. den Transfer von Werten zwischen Konten, die Verwaltung von Eigentumsrechten oder die Kreation von Token aller Art umfassen. Eine Einführung auf dem Coinbase Blog zeigt an dem Beispiel von CryptoKitties, wie ein Smart Contract für diesen Anwendungsfall umgesetzt werden kann.

Smart Contracts selbst verkörpern noch keine rechtswirksamen Verträge. Sie könnten aber revolutionieren, wie Unternehmen und Individuen miteinander interagieren, indem sie neue Optionen zur Digitalisierung von Papierverträgen und Automatisierung von Geschäftsprozessen ermöglichen. In einem Blog Beitrag in Zusammenarbeit zwischen Chainlink und OpenLaw wird untersucht, wie rechtwirksame Vereinbarungen und Smart Contracts Hand in Hand gehen können.

Coin Metrics veröffentlicht regelmäßig datengetriebene Insights zu unterschiedlichen Blockchain-Netzwerken. In „The Evolution of Ethereum Tokens“ wird beschrieben, wie Smart Contracts auf Ethereum eine neue Ära der Blockchain-Technologie, das Zeitalter der Tokens, einleiteten. Grundsätzlich repräsentiert ein Token einen Nutzen oder Vermögenswert, der typischerweise über eine existierende Blockchain emittiert wird. Das Konzept von Krypto Tokens existierte bereits vor Ethereum. „Colored Coins“ auf der Bitcoin Blockchain wurden bereits zur Tokenisierung verwendet. Als Smart Contract Plattform stellte Ethereum allerdings einen neuen, Nutzer-freundlicheren Weg bereit, um Tokens zu erschaffen. Mittlerweile existieren tausende an unterschiedlichen Tokens. Ein Großteil davon basiert auf den Standards ERC-20 und ERC-721, da diese durch einheitliche (standardisierte) Eigenschaften die Interoperabilität zwischen Wallets und anderen Applikationen fördern. In dem Report werden einige Metriken herangezogen, die das exponentielle Wachstum der Token-Ökonomie auf Ethereum aufzeigen.

Eines der am schnellsten wachsenden Token-Segmente hierbei sind Stablecoins. Diese sind relativ wertstabil und haben entsprechend Vorteile gegenüber volatilen Währungen, wie Bitcoin und Ether. In einem Artikel beschreibt Eric Wall die kleinen, aber feinen Unterschiede bzgl. Privatsphäre und Zensur-Resistenz, die sich durch die Implementierung von Blacklists und Nachverfolgbarkeit unterschiedlicher Stablecoins ergeben. Stablecoins selbst können in eine Vielzahl an Untergruppen kategorisiert werden. Hierzu kann z.B. „a classification framework for stablecoins designs” von AVA Labs herangezogen werden. Dabei wir zwischen folgenden Eigenschaften unterschieden:

Collateral:

  • Type
    • Fiat
    • Commodity
    • Combination
    • Crypto
    • None
  • Amount
    • Full Reserve
    • Partial Reserve
    • None
    • Overcollateralized

Mechanism:

  • Reserve of Backed Asset
  • Dual Coin
  • Algorithmic
  • Leveraged Loans

Price Info:

  • Oracle
  • Voting
  • Trades

Peg:

  • Fiat
  • Commodity
  • Combination
  • Index