Direct State Transfer – Bosch implementiert Perun Network

By Dennis Schlegel

Dez 07

Das Bosch Economy of Things Projekt hat ein neues Open-Source-Projekt „Direct State Transfer“ veröffentlicht, das darauf abzielt Blockchain bzw. Distributed Ledger Technologie-Anwendungen skalierbar zu machen. Beispiele für Praxisanwendungen sind z.B. Bezahlvorgänge zwischen Elektrofahrzeug und Stromladesäule, wobei diese auf einem Second-Layer-Protokoll viel feingranularer im Sekundentakt mithilfe sogenannter Mikrotransaktionen, ohne wesentliche Transaktionskosten, abgewickelt werden können.

„Bosch forscht mit Partnern daran, dass sich vernetzte Dinge künftig in sicheren Ökosystemen selbstständig mit anderen vernetzten Dingen austauschen und in der Lage sind, Verträge abzuschließen. In einer „Ökonomie der Dinge“ könnten DLT, zu denen auch Blockchain zählt, zur Schlüsseltechnologie werden. Prototypische Anwendungen gibt es bereits, für tragfähige Geschäftsmodelle fehlen jedoch noch die technischen Voraussetzungen, wenn es beispielsweise um Skalierbarkeit geht: „Skalierbarkeit ist eine der großen Herausforderungen bei DLT, weil im Idealfall Zehntausende Transaktionen pro Sekunde in Echtzeit verarbeitet werden müsse. Das ist sehr speicher- und energieintensiv“, erklärt Daniel Kunz, Mitarbeiter im strategischen Vorausentwicklungsprojekt „Economy of Things“ bei Bosch.

Das Bosch-Forschungsteam hat als Lösungsansatz das Open-Source-Projekt „Direct State Transfer“ (DST) aufgesetzt, um das sogenannte Second-Layer-Protokoll „Perun“ zu implementieren. DST ist unter der Apache-2.0.-Lizenz auf Github veröffentlicht. Das Perun-Protokoll ist das Ergebnis der Forschungsarbeit der TU Darmstadt und der Universität Warschau. Die TU Darmstadt unterstützt das Bosch-Forschungsteam nun bei der Entwicklung der DST Smart Contracts. DST hat das Potential zu einer neuen DLT-Basistechnologie zu reifen, die das Versprechen einer dezentralen, sicheren und zugleich skalierbaren Lösung einlöst.“