Geschäftsmodelle und Netzwerkeffekte

By Dennis Schlegel

Mai 03

Viele Unternehmer und Investoren sind der Annahme, dass Krypto-Projekte aufgrund ihrer Open Source Natur keine Werte anreichern bzw. Gewinne abwerfen können. Die Idee hinter der Annahme ist, dass Open Source Software frei kopiert werden kann und Nutzer als auch Umsätze damit einfach umgeleitet werden können. Dies erscheint als schlechtes Fundament für ein Geschäft. In „Crypto’s business model is familiar. What isn’t is who benefits“ geht Jesse Walden der Venture Capital Firma a16z genauer auf die Geschäftsmodelle hinter Blockchain-basierten Projekten ein. (Diese Woche hat a16z für ihren zweiten Krypto-Fonds 515 Millionen US-Dollar eingesammelt).

Demnach bauen die meisten Krypto-Projekte auf nachhaltigen Geschäftsmodellen auf, die relativ ähnlich der Dynamik hinter den meisten wertvollen Web 2.0 Marktplätzen sind. Genau wie digitale Marktplätze schaffen Blockchain-basierte Netzwerke eine haltbare Position durch Netzwerkeffekte, die erlauben Gebühren zu extrahieren und verhindern, dass Nutzer zu anderen Services wechseln. Was Krypto-Netzwerke einzigartig macht ist ihr Potential dieses bestehende Rahmenwerk zu erweitern. Eine grundlegende Innovation hierbei ist, dass es möglich ist Nutzer an der Wertsteigerung des Netzwerkes teilhaben zu lassen, um so stärkere Netzwerkeffekte zu incentivieren.

Kyle Samani von Multicoin Capital untersucht in „On forking DeFi protocols“, inwiefern diese haltbare Position auf spezifische DeFi Projekte zutrifft. Dabei wird insbesondere analysiert, wie viel Aufwand und wie viel Kapital benötigt wird, um eines der DeFi Protokolle zu forken und erfolgreich mit diesem in Wettbewerb zu treten. Es wird deutlich, dass Netzwerkeffekte (hier insbesondere Liquiditätseffekte) zu einem nachhaltigen Wettbewerbsvorteil führen. Bezogen auf die Ethereum Blockchain allgemein sind es vor allem die immer stärkeren Netzwerkeffekte zwischen den einzelnen DeFi Projekten, die durch ihre Zusammensetzbarkeit und Interoperabilität nur sehr schwer und erst nach jahrelanger Entwicklung auf einer anderen Blockchain umgesetzt werden könnten.