Großer Koalition droht Scheitern bei virtuellen Wertpapieren

By Dennis Schlegel

Jun 22

Eine Gesetzesvorlage für die Blockchain-Anleihe sollte zügig auf den Weg gebracht werden: Die digitale Welt braucht neue Regeln, auch im Finanzbereich. Aber der großen Koalition droht Scheitern bei virtuellen Wertpapieren. Deutschland als digitaler Vorreiter: Dieses Prädikat trifft nicht zu. Das Land besitzt viele tüchtige Ingenieure, treibt seine Programmierer aber ins Ausland. Erfolgreiche Digital-Geschäftsmodelle „made in Germany“ gibt es kaum.

Bei der Blockchain-Technologie wollte man zur Abwechslung mal vorne mit dabei sein. So wurde die Blockchain-Strategie der Bundesregierung veröffentlicht. Zentrales Mittel ist das elektronische Wertpapier, die Blockchain-Anleihe: Mit ihr sollen Bonds virtuell ausgegeben, übertragen und gespeichert werden, ohne Papierurkunden und Zwischeninstanzen. Die Regierung hatte schon für 2019 die Blockchain-Anleihe versprochen. Doch während die EU Tempo macht, hängt das deutsche Gesetz im Justizministerium fest. Ein erstes Opfer in diesen nur langsam vorankommenden Rahmenbedingungen ist Neufund. Das von Frank Thelen geförderte Startup wollte Anleihen und Blockchain-basierte Wertpapiere in den Mainstream bringen und hat diese Pläne nun erstmal auf Eis gelegt. Andere Länder, wie Lichtenstein, die Schweiz oder Thailand zeigen, dass es auch anders laufen kann.